Sommerpause
Die letzte große Tour ist vorüber, ab jetzt ist für mich Slam-Sommerpause. Was nicht heißt, dass ich an keinen Veranstaltungen mehr teilnehmen werde, nur große Touren werden erst mal ausbleiben und ich werde wieder mehr Zeit in Marburg verbringen.
Eine kleine Auswahl von Fotos der letzten Wochen (6 von über 500):
Björn Dunne auf Sylt, fotografiert von draußen durch ein halb offenes Fenster
Anke Fuchs auf der Bühne beim Poetry Slam in Halle
Ein Haufen Slammer aus Hamburg und Marburg sowie ein Moderator mit Pferd auf dem Marburger Hafenfest
Moritz Kienemann mit neuer Brille vor dem Poetry Slam in Eichstätt
Jana Klar und Hanz durch die neue Brille von Moritz Kienemann vor dem Poetry Slam in Eichstätt
Zu guter Letzt: Ich, Backstage, Eichstätt
Es kann nur einen geben?
„Highander – Es kann nur einen geben“, in Anspielung an diesen Film finden einmal pro Slam-Saison so genannte Highlander-Slams statt. Dort treten alle Monats-Sieger in einem fulminanten Finale gegeneinander an und bestimmen den Jahressieger, der den Veranstaltungsort bei den deutschsprachigen Meisterschaften vertreten darf. Ein solcher Highlander – mein erster jemals und auch einziger dieses Jahr – fand letzte Woche in Würzburg statt, wo ich im Januar gewinnen konnte.
Knapp 400 Leute kamen in die Würzburger Posthalle (Besucherrekord), um den amtierenden deutschsprachigen Meister Scharri die Show eröffnen zu sehen, bevor Theresa Hahl, Moritz Neumeier, Sylvie LeBonheur, Tilman Döring, Michael Jakob, Hanz und ich den Wettstreit beginnen durften. Am Ende wurde dann kurzerhand das Highlander-Motto widerlegt, indem nach endlosem Ausklatschen und einer revoltierenden Jury-Dame („Haltet entweder eine 1 oder 2 hoch, die Nummer eures Favoriten“ -> 1, 1, 1, 2, 2, 2, 12) ein Doppelsieg ausgerufen wurde, und ich mir nun mit Moritz den Würzburger Startplatz teilen darf. Genug geschrieben, wer mehr darüber lesen will, darf den Bericht des Veranstalters Christian Ritter lesen, der ohnehin schöner geschrieben ist als meiner :).
Dafür gibt’s jetzt noch ein paar Fotos:
Theresa Hahl vor dem Slam
Featured Artist Scharri mit Hanz vor dem Slam
Es gab wieder viel Quatsch aus dem Publikum für den/die Sieger, hier nach dem Slam auf der Bühne verteilt inmitten der Slammer
Tilman Döring möchte nicht erkannt werden
Keine Angst, ich hab’s nicht wirklich getan (Moritz Neumeiers Buch)
Drei Monate
Das ist ja oft so. Erst ist man als Blog-Autor total enthusiastisch und schreibt drölf Beiträge am Tag, und dann mal wieder drei Monate nichts mehr. Mehr als drei Monate sollen es bei mir aber nicht werden, deswegen: Ha!
Drei Monate lang hat sich hier nichts getan, dafür in meinem Leben umso mehr: Die Arbeit an meiner Diplomarbeit läuft auf Hochtouren (an), ich hatte die verrückte Idee, mal eine Fernbeziehung anzufangen, meine Haare sind wieder gewachsen und (natürlich) habe ich viel viel geslammt. Zu den ersten zwei Punkten gibt es (hier) nicht viel zu sagen, deshalb schreib ich einfach mal ein bisschen über das Slammen.
Gerade habe ich mal gezählt, seit Anfang 2010 habe stolze 53! Abende auf der Bühne gestanden, das ist fast die Hälfte der Tage, die das Jahr bisher hatte, und das ganze in 35 verschiedenen Städten in ganz Deutschland. Und im Mai stehen auch nur noch 10 an. Ich neige zu Maßlosigkeit. Zu den 53 Auftritten zählen große, kleine, bemerkenswerte, unbemerkenswerte, erfolgreiche und weniger erfolgreiche. Um nur ein paar Dinge zu nennen, die mir spontan einfallen:
Bin im Februar Bremens erster Titelverteidiger geworden, indem ich zwei Monate hintereinander das Slammerfilet gewonnen habe. Habe es im Allgäu geschafft, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen – bei gleichem Slammer-Aufgebot – Letzter und Erster geworden zu sein. Habe es ebenfalls geschafft, einen „Highlander“ in Würzburg („es kann nur einen geben“, Monatssieger treten gegeneinander an um den Saisonsieger zu bestimmen, der den einen Startplatz bei den deutschsprachigen Meisterschaften bekommt) mit Doppelsieg zu beenden. Und zwar gemeinsam mit Moritz „Drei Wunden“ Neumeier, gegen den ich so ein mal (von gefühlten 3000) immerhin nicht verloren habe. Habe der Premiere von „Kunst gegen Bares“ in Hamburg beigewohnt (10 Künstler aller Art treten auf und werden hinter vom Publikum individuell bezahlt) und als Viertplatzierter noch eine stattliche Summe einstecken dürfen. Habe bei einem „Dead vs. Alive“ Slam in Halle die lebenden gegen die toten Dichter vertreten dürfen (bin spontan eingesprungen und sang- und klanglos rausgeflogen), bla, bla, bla, bla, bla. Das liest sich doch sowieso keiner bis zum Ende durch.
Deswegen kommen jetzt noch ein paar Fotos:
Ein großer Slammerhaufen nach dem „Spring Slam“ in Paderborn
Mischa Sarim-Vérollet (mit Haaren, wie ich sie früher mal hatte) und ich (mit einer Brille, wie Mischa sie hat, denn es ist seine)
„Kunst gegen Bares“ in Hamburg: Die Sparschweine, in die die Zuschauer ihre Liebe für die Künstler stecken durften
Ich beim besagten Würzburger Highlander-Slam. Wer hätte gedacht, mich mal mit nur einer Hand am Textblatt zu sehen… (Foto von Anna)
… nachher vielleicht noch ein paar Bilder, muss mal eben in der Cavete vorbeischauen!
… noch mehr Fotos …
… besondere Fotos aber.
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich bei Ebay mal für knapp 20€ eine Olympus OM10 erstanden, eine Kleinbild Spiegelreflexkamera aus den späten 70er Jahren. Hochmotiviert habe ich damals angefangen und einen halben Film vollgeschossen, dann lag die Kamera ein Jahr in der Ecke. Nun habe ich sie doch mal wieder hervorgeholt, um auf Poetry Slams ein paar Bilder zu schießen, was auch gut funktioniert hat, bis sie sich verklemmt hat (Spannhebel und Auslöser nicht mehr bedienbar) und ich sie vermutlich einfach entsorgen und mir eine neue zulegen werde.
Ein paar der Fotos sind sehr schön geworden, wie ich finde, und möchte sie deshalb hier teilen. Sind alle beim Poetry Slam in Göttingen am 16.01.10 entstanden. Der verwendete Film ist ein billiger Kodacolor VR Plus 400 von Aldi, entwickelt habe ich den Film bei Schlecker, auf den Computer bekommen habe ich sie ganz dilettantisch mittels Abfotografieren mit meiner Digitalkamera, mangels Scanner. Ich gebe zu, das geht auch besser.
Das Mikrofon:

Im Vordergrund Katja Hofmann, im Hintergrund Marc-Oliver Schuster in rot und Sulaiman Masomi:

Ich:

Jan Koch trat als Featured Artist auf. Auf diesem verwackelten aber meiner Meinung nach dennoch irgendwie reizvollen Bild spielt er die letzte Zugabe:

Wohl der Süden!
Genauer gesagt besuchte ich letztes Wochenende das Schwabenland, genauer gesagt die Poetry Slams in Ludwigsburg und Stuttgart, Ziel des ganzen war eine kleine Marburger Invasion.
Mit Elena Anaïs reiste ich zunächst nach Ludwigsburg, um Alex Willrich und Hanz dort zu besuchen, die den Poetry Slam in der Location, die heißt wie ihre Adresse, „Maxstraße 1″, veranstalten. Neben vielen neuen Gesichtern trafen wir dort auf den mittlerweile alten Bekannten Udo Tiffert, über dessen Gesellschaft ich mich immer wieder freue.
Die Invasion in Ludwigsburg glückte, mit Elena und mir standen beide Marburger im Finale und belegten vor dem Ludwigsburger Tai Platz 2 und 1.
Auf dem Foto, das aus Gründen des Lichts schwarzweiß gehalten ist: Elena stehend und lesend, die beiden Moderatoren Alex und Hanz sitzend und guckend.

Auch in Stuttgart glückte die Invasion, und zwar noch erfolgreicher als in Ludwigsburg. Insgesamt 4 Marburger fanden sich unter den 12 Teilnehmern, wovon nur eine, Dominique Macri, und auch nur knapp, das Finale verpasste. Das 3er Finale machten also nun nur Marburger aus: Der dort gebürtige (aber weggezogene) Felix Römer, wiederum (die zugezogene) Elena Anaïs und meine Wenigkeit, ebenfalls zugezogen, aber wen kümmert das schon, im Herzen sind wir alle Marburger. Letztendlich durfte ich mir den „Rosenkranz“ des Erstplatzierten aufsetzen lassen, bevor es in der „Rosenau“, dem Veranstaltungsort, noch das wahrscheinlich leckerste Poetry Slam Essen für alle Teilnehmer gab. Tolles Wochenende.
Noch ein paar Bilder:
Im Café am Bahnhof vertreibe ich mir mit optimistischen Gedanken die Zeit, bis Scharri (am Abend Moderator in der Rosenau) Elena und mir eine große Stadtführung durch Stuttgart gibt:

Abends steht Felix auf der Bühne und erzählt, wie er mal fast wie die Anderen geworden wäre:

Josef Maruan erzählt vom Französisch lernen und von Nora:

Abends der Blick aus dem Hotelfenster, scheint eine schöne Stuttgarter Einkaufsgegend zu sein, da sind wir bei der Stadtführung nicht vorbeigekommen (weiter links ist übrigens noch ein Schlecker Markt):

In diesem Sinne, bis bald…
P.S.: Der Titel „Wohl der Süden“ ist natürlich eine Anspielung auf Volker Strübings „Nicht der Süden„.
