Längst überfällig: Lund

Eine lange Woche bin ich jetzt schon in Lund. Letzte Woche Montag übernächtigt um 6:30 Uhr Borås verlassen, gegen 10:00 Uhr immer noch übernächtigt aber froh gelaunt im wunderschönen Lund angelangt. Etwa dieser Anblick bot sich mir, als aus dem IC (der lange nicht so bequem war wie ein IC in Deutschland, dafür aber günstiger) stieg:

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Lund ist, wie man sich vielleicht schon denken kann, eine Stadt der Fahrräder. Die folgenden Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, denn jeder sagt etwas anderes, aber auf 80.000 Einwohner in Lund kommen ca. 105.000 Fahrräder. Grund hierfür sind wohl die Studenten, die abends betrunken ihr Rad abstellen und sich am nächsten Tag ein neues kaufen müssen, weil sie es nicht mehr finden. Teurer Spaß, denn Fahrräder sind, besonders zu Semesterbeginn wirklich nicht billig.

Noch mehr Zahlen: auf die 80.000 Einwohner kommen etwa 35.000 Studenten und noch mal 6.000 Uni-Angestellte. Und auf die 35.000 Studenten kommen allein dieses Semester knapp 2.000 neue internationale Austausch- und Masterstudenten (und von diesen 2.000 sind gefühlte 5.000 Deutsche…). Die fast alle am gleichen Tag wie ich in Lund angekommen sind. Und sich zur gleichen Zeit am gleichen Ort registrieren, anmelden und ihre Zimmerschlüssel abholen wollten. Das folgende Foto kann nicht ansatzweise einen Eindruck der Massen neuer internationaler Studenten vermitteln:

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Durch unabsichtliches Vordrängeln vom Ende an die Spitze einer Schlange bin ich schon nach ca. 2 Stunden herausgekommen und konnte mein Zimmer beziehen. Mein maßlos überteuertes Wohnheimzimmer (3950kr = ca. 400€ im Wohnheim „Södra Spoletorp“), dafür dass es zwar sehr zentral, aber dafür nicht besonders groß ist, im Erdgeschoss (Fenster auf wenn ich nicht zu Hause bin ist also nicht drin) und direkt an den Bahnschienen liegt. Ebenfalls kein Grund zur Freude war mein Kühlschrank. Ich würde gern meinen Vormieter kennen lernen und ihn zwischen die Beine treten. Oder zumindest vor’s Schienbein, vielleicht wusste er es nicht besser. Ein gut gemeinter Hinweis an alle, die das lesen:

Stelle NIEMALS den Kühlschrank aus und lass die Kühlschranktür geschlossen.

Habe natürlich auch Fotos gemacht, bevor ich in mehrstündiger Arbeit und nach erfolglosen Friedensverhandlungen mit den Lebewesen im Kühlschrank selbige ausgelöscht habe, werde sie meinen Lesern aber ersparen.

Abgesehen davon ist mein Wohnheim sehr angenehm. In meinem Korridor wohnt ein bunter Mix aus Nationalitäten (Australien, Belgien, China, Deutschland, England, Holland und USA aber leider keine Schweden), Küche und Wohnzimmer sind schön, komplett und modern eingerichtet und die zentrale Lage ist tatsächlich nicht zu verachten.

Vor lauter Organisationskram und Orientierungsaktivitäten bin ich noch nicht wirklich dazu gekommen, Fotos von Lund zu machen. Wer sich ein Bild machen möchte, dem sei hiermit dieses Youtube Video empfohlen. Schon etwas älter und nicht von mir, vermittelt aber einen guten Eindruck!

Noch ein paar letzte Fotos von mir:

Rückseite der großen „Domkyrka“, die sogar mir gefällt (riesengroß aber doch irgendwie „plain and simple“).
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Hier gibt es unheimlich viele kleine Kinder. Und auch Wasserspiele auf der Straße. Wenn keiner guckt mache ich das hier auch mal:
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Das Alkoholmonopol ist in Schweden in Staatshänden. Alles was mehr als 3,5% hat darf nur im so genannten „System Bolaget“ verkauft werden, nur an Menschen die 20 oder älter sind und nur zu ziemlich hohen Preisen. Kein Bier unter 11kr (ca. 1€) pro Dose/Flasche, „Billigwodka“ kostet 189kr (ca. 19€). Dafür findet man exotische Biersorten (tatsächlich kann man viele Biersorten unterschiedlichem Alkohlgehalt kaufen):
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Ach ja, habe ich erwähnt, dass Lund eine Fahrradstadt ist?
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Sehen Sie in der nächsten Folge von „Marvin will regelmäßig Blogeinträge verfassen tut es aber nicht und fasst dann nach langer Zeit ganz viel in einem Beitrag zusammen“: Mein neues Fahrrad (grau), Mein Wohnheim (in Farbe) und vieles mehr!

2 Gedanken zu “Längst überfällig: Lund

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