Schluss mit Lustig! Tourtag 4: Hessenslam 2

22. Juni 2013: Kassel
Samstag ist Hessenslam-Halbfinaltag ist ohne Eile. Frühstück ist bis zwölf Uhr vorgesehen, ich stehe um eins auf und spüre, dass der Weißwein von gestern Abend noch nicht ganz in den Knochen versickert ist. Außerdem läuft meine Nase, ich überprüfe die sich aufdrängende Hypothese jedoch nicht. In der Küche der Pension warte ich auf Menschen, mit denen ich zum Mittagessen gehen möchte. Es dauert, ich esse zur Überbrückung drei Brötchen mit Christophers überleckerem veganen Mett und habe keinen Hunger mehr.

Ken Yamamoto ist angekommen (und moderiert später das zweite Halbfinale)
Ken Yamamoto, den ich vor zwei Tagen erst in Mainz gesehen habe, ist angekommen (und moderiert später das zweite Halbfinale)
AIDA ist nicht Ken und auch nicht mit dem Fahrrad angereist
AIDA ist nicht Ken und auch nicht mit dem Fahrrad angereist
Angeregte Vorbereitungen
Angeregte Vorbereitungen

Später im Dock 4 trudeln langsam Menschen ein. Die Sonne scheint, der Wind weht und das Wetter ist damit genau, wie es sein soll. Texte werden gekürzt (»What!? Fünf Minuten Zeitlimit!?«) und geprobt, ich trommle auf Tischen und Bänken herum. Ich werde gefragt, ob ich nervös sei. Also bitte. Vor einiger Zeit bekam ich ein wundervolles Kompliment von Annette: Ich sei nicht (ganz) so nervig wie andere, die ständig auf allem herumtrommeln, weil ich den Takt halte.

Jule Weber neigt dazu, gemeinsam mit roten Gegenständen auf Lieblingsfotos von mir von Slam-Meisterschaften aufzutauchen
Jule Weber neigt dazu, gemeinsam mit roten Gegenständen auf Lieblingsfotos von mir von Slam-Meisterschaften aufzutauchen
Marcus Raser übt Text in einem geschützten Raum
Marcus Raser übt Text in einem geschützten Raum

Meine tatsächliche Nervosität hält sich in Grenzen, spätestens als ich die Rundenauslosung erfahre. Startplatz 10 von 11, die Zeichen stehen gut, mein selbst gestecktes Ziel zu erreichen: Ins Finale einziehen.
Ich verbringe meine Zeit mit mehr Trommeln, Fotografieren und gut gekleidet aussehen. Was tatsächlich zufällig passiert ist, aber halt einfach stimmt. Gesunde Selbstschätzung, kann ich nur empfehlen.

Ich, grün. Ken kann meine Kamera bedienen.
Ich, grün. Ken kann meine Kamera bedienen.

Abends füllt sich die Halle und der Wettbewerb beginnt. Moderatoren moderieren, Slammer slammen, Publikum publikumt. Ich gewinne mein Halbfinale punktgleich (49/50) mit amtierender Hessenmeisterkollegin Jule Weber, die auch Ü20 ganz oben mitspielt – was großartig ist, aber kein Stück überraschend – und ziehe mit ihr, Bo Wimmer und Kathrin Baka-Dono ins Finale. Im zweiten Halbfinale zeigt Lars Ruppel noch mal aus der Hüfte, wie’s gemacht wird (50/50), und macht das sonntägliche Finale gemeinsam mit Felix Lobrecht, Christian Offe, Benedict Hegemann und … noch jemandem (sorry du, komme grad nicht drauf) komplett.

Erstes Halbfinale, dritter Poet. AIDA (Bein im Bild) ist Mädchen für alles.
Erstes Halbfinale, dritter Poet. AIDA (Bein im Bild) ist Mädchen für alles.

Die Marburger Vormachtstellung in der hessischen Poetry Slam Landschaft schwächelt, von den neun Finalisten haben nur noch fünf Wohnsitz oder Wurzeln in Marburg, letztes Jahr waren es noch sechs von acht. Gewinnen wird übrigens Lars Ruppel. Ich würde eine größere Summe darauf wetten, aber das wäre ein sinnloser Aufwand, weil das wohl alle tun würden und dann exakt ihren Einsatz wiederbekämen. Womit der Titel traditionell in der Marburger Oberstadt bleiben wird.

Days to come:
23. Juni 2013: Finals Hessenslam
24. Juni 2013: Lesebühne »Bube, Dame, Ritter« in Bamberg

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