Schluss mit Lustig! Tourtag 5: Hessenslam 3

23. Juni 2013: Kassel
Klassenfahrt Hessenslam geht weiter. Es gibt keine Pflichtveranstaltungen, also nicht wirklich, aber eigentlich schon, man muss nicht, aber man sollte. »Du hast nicht an den Workshops teilgenommen? Nein, Mami ist nicht sauer auf dich, Mami ist enttäuscht von dir!« Also, meine Meinung, denn die Workshops lohnen sich. Dominique Macri zeigt, wie Improtheater geht, gleichzeitig viel zu früh (bin müde) und viel zu spät (Domi hat Anreiseverspätung), später erklärt Aida in Maßanzug und auf Red Bull, wie Steuerrecht funktioniert.

Steuerrecht + Red Bull + Maßanzug mit eingesticktem A.I.D.A.
Steuerrecht + Red Bull + Maßanzug mit eingesticktem A.I.D.A.
Domi guckt fotogen interessiert bis verzweifelt
Domi guckt fotogen interessiert bis verzweifelt

Die kulinarische Versorgung ist großartig, Organisator Felix Römer hat sich Christopher Krauß und seine Crew aus Göttingen ausgeliehen. Vegane Aufstriche, Chili, Falafel, süßen Couscous, Tiramisu – allein fürs Essen lohnt sich die Teilnahme an diesen Meisterschaften.

Helfer_innen aus Gött_ingen (da ist ein _ zu viel, wer findet es?)
Helfer_innen aus Gött_ingen (da ist ein _ zu viel, wer findet es?)

Fürs Finale am Abend schiebe ich übliche Textwahl-Zweifel. Es ist mein nunmehr fünfter Hessenslam, Textwiederholungen sind so verpönt wie untersagt, womit für mich bereits zwölf Texte tabu sind. Welche bleiben guten Gewissens? Der Weihnachtstext als Kontrast zur Jahreszeit, der Toilettendialog weil neu und Spaß machend, der Beerdigungstext weil provokant, der Partydialog weil … blah. Zu viele Möglichkeiten und zu wenige. Später werde ich mich voraussichtlich kurzfristig falsch entscheiden.

Das Slammaster-Meeting beginnt ereignisarm, alle loben die diesjährige Veranstaltung, einziger Kritikpunkt ist das langsame Internet in der Pension. Der Hessenslam 2014 wird in Darmstadt stattfinden, Darmstadt plant groß und umfangreich und viel und überhaupt, selbst wenn die Hälfte der Pläne aufgeht, wird’s ’ne fette Veranstaltung. 2015 dann Frankfurt, und ach ja, den Abschluss des Meetings (und mit Abschluss meine ich Hauptteil) machen ausufernde Diskussionen um das in Kritik geratene südhessische Veranstalternetzwerk »Slampire« (Wortspiel-Hölle …), Hierarchien und persönliche Zwists.

Zur Entspannung vor dem Finale injiziere ich noch mal eine Ladung Meshuggah in die Ohren, blogge und schreibe meinen Text komplett um.

Während des U20-Finals, das vor dem Ü20-Finale stattfindet, kaufen meine Eltern schon mal Tickets und setzen sich noch mal raus, um später festzustellen, dass sie Tickets für ebenjenes U20-Finale gekauft haben, kommen aber trotzdem rein. Samuel Kramer wird der erste männliche U20-Hessenmeister und dann geht auch endlich das große Finale los. Mit Grußwort von Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann (bester Publikumszwischenruf des Abends: »Ausziehen!«) und einer Kasseler Stadträtin, die ihre kurze Rede dichtet. Mit Gewalt lässt sich auf alles ein Reim finden und Metrik ist sowieso überschätzt, was jetzt negativer klingt, als ich die Idee finde.

Das Finale ist heftig mit lustigen Texten überfrachtet, was sich schnell auch in den Wertungen widerspiegelt: Ausnahmsweise sind die früheren Startplätze deutlich besser. Ich werde bei diesem fünften Hessenslam von Startplatz fünf Fünftplatzierter. Lars Ruppel und Jule Weber sorgen für Abwechslung und wie prophezeit gewinnt Lars mit 50/50 Punkten im Stechen und der Titel bleibt in Marburg.

Gut gekleidet: Hessenslam-Champ 2013 Lars Ruppel
Gut gekleidet: Hessenslam-Champ 2013 Lars Ruppel

Einzige konstruktive Kritik meines Textes durch eine Zuschauerin, die eigentlich Jule zum Vize-Titel beglückwünscht nach dem Slam: »Frauen wollen keine Männerklo-Geschichten hören. Also ich nicht!«, und man stelle sich hier jedes einzelne Wort betont vor.

Fand’s gut: Marcus
Fand’s gut: Marcus
Hatte auch unter dem Lustigkeitsauflauf zu leiden: Felix Lobrecht
Hatte auch unter dem Lustigkeitsauflauf zu leiden: Felix Lobrecht
Körperbausatz, was gehört zu wem? Die Köpfe: Felix Römer und Christopher Krauß
Körperbausatz, was gehört zu wem? Die Köpfe: Felix Römer und Christopher Krauß

Schließlich löst sich der Abend und überhaupt der ganze Hessenslam in entspannt losgelöster Euphorie vor dem Dock 4 und auf der Tanzfläche auf. Ich habe mal gesagt, dass ich nie tanze, weil ich nicht zu Musik tanze, die ich nicht mag. Der DJ Egon Alter legt gute Musik auf. Die Implikationen müssen hier nicht weiter ausgeführt werden.

Slammer und DJ: Egon Alter
Slammer und DJ: Egon Alter

Danke Felix Römer, stellvertretend für alle, die dieses tolle Veranstaltungswochenende und das ganze Drumherum auf die Beine gestellt haben, ich habe mal wieder gemerkt, warum ich das ganze überhaupt mache. Bisschen pathetisch, kann man aber mal sagen, finde ich.

Day to come:
24. Juni 2013: Lesebühne »Bube, Dame, Ritter« in Bamberg

2 Gedanken zu “Schluss mit Lustig! Tourtag 5: Hessenslam 3

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