Schluss mit Lustig! Tourtag 6: Bamberg

24. Juni 2013: Bamberg
Möchte man von Kassel nach Bamberg reisen und plant vier bis fünf Stunden Reisezeit ein, so steht man eventuell ziemlich dumm da, denn es sind nur zwei. Um neun Uhr abends beginnt die Lesebühne »Bube, Dame, Ritter«, ich erreiche Bamberg aber schon um halb vier.

Die Tür zum Morph Club hat einen kleinen Sprung
Die Tür zum Morph Club hat einen kleinen Sprung

»Bube, Dame, Ritter«, das sind Max Kennel, Clara Nielsen und Christian Ritter mit Spezialgast, heute bin das ich, und heute sind das eigentlich auch nur Bube, Ritter und ich, weil Dame aus Terminverschiebungsgründen rausfällt. Max und Christian sind für meine Sechs-Tage-Tour der Anfang und das Ende, aufmerksame Lesende werden bemerkt haben, dass sie auch in Eichstätt schon am Start waren.
Christian zeigt mir »den besten Kaffee der Stadt« (Café Rondo) und seine neue Wohnung. Er hat sehr schöne Möbel, wie er sagt und wie ich sehe. Wer mal eine Nacht dort verbringt, sollte beim Gehen aufs Tageslicht warten, um noch mal einen Blick ins Wohnzimmer zu werfen.

Christian, Telefon, Brauhaus
Christian, Telefon, Brauhaus

Im Brauhaus neben dem Morph Club, in dem die Lesebühne stattfindet, gehen wir zu dritt essen und ich erstatte Bericht vom Hessenslam. Die Speisenauswahl ist reichhaltig fleischhaltig, für eine fleischlose Alternative muss ich verschiedene Beilagen kombinieren, was die Küche vor nicht unerhebliche Probleme stellt. Ein Kartoffelsalat mit einem Beilagensalat heißt auf der Rechnung schließlich »2x Küche divers«, schmeckt aber gut.

Das Rätsel ist nicht, warum der Fernseher unter statt auf dem Tisch steht, sondern wie es dazu kam, dass eine schwedische Band, die in dieser Künstlerwohnung unlängst residierte, den alten Fernseher aus dem Küchenfenster warf.
Das Rätsel ist nicht, warum der Fernseher unter statt auf dem Tisch steht, sondern wie es dazu kam, dass eine schwedische Band, die in dieser Künstlerwohnung unlängst residierte, den alten Fernseher aus dem Küchenfenster warf.

Die Lesebühne macht Spaß, Max singt, Christian liest ein gestrichenes Kapitel aus seinem bald erscheinenden Roman vor und ich halte die Fahne des Niveaus nicht gerade hoch und bin von mir selbst überrascht.

Hilde Domin (gelesen von Christian Ritter) ersetzt Clara Nielsens »Mädchenlyrik«
Hilde Domin (gelesen von Christian Ritter) ersetzt Clara Nielsens »Mädchenlyrik«
Hilde Domin und Max Kennel
Hilde Domin und Max Kennel
Weißwein und Regenschirm
Weißwein und Regenschirm

Später gehen wir noch in eine Kneipe, deren Name mir leider entfallen ist. Ich setze mich an den Tisch, Max und Christian gehen erst mal Flüssigkeit wegbringen bzw. holen. »Lass dich von irgendwem ansprechen«, sagt Christian. Ich setze mich also in meine Angesprochenwerdpose, bis mich etwa eine halbe Minute später eine Frau namens Venus anspricht. Sie habe gesehen, dass wir eine Gitarre dabei haben, und ob wir nicht ein Geburtstagsständchen für ihre Freundin Alena spielen könnten. Max, der inzwischen wieder dazugestoßen ist, fragt: »Erzähl uns doch erst mal was über diese Freundin, damit wir was passendes spielen können! Ist sie hübsch? Ist sie single?«
Letztendlich musizieren wir (und mir »wir« meine ich Max), wir bekommen dafür Jägermeister spendiert (und mit »wir« meine ich »wir«).

Der Inhalt dieses Glases endete auf meinen Schnürsenkeln (die ich letztens wegen von Domi verursachten Rotweinflecken ersetzt habe)
Der Inhalt dieses Glases endete auf meinen Schnürsenkeln (die ich letztens wegen von Domi verursachten Rotweinflecken ersetzt habe)

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im ICE auf dem Weg nach Hause. Die anteilig an der Gesamtfahrtzeit kurze Zeit im ICE wird dankenswerteweise verlängert: »Liebe Fahrgäste die noch nicht sitzen, bitte setzen Sie sich hin, das was ich jetzt sage, ist leider kein Scherz. Unser Zug wurde leider fehlgeleitet, wir stehen in der Pampa und müssen nun zurück fahren, um wieder auf die richtige Strecke zu kommen. Wie lange das dauert, keine Ahnung.«

Zeit also, die Tour ein wenig revuepassieren zu lassen. Ich war sechs Tage unterwegs (mit Heimweg sieben), bin von Marburg nach Eichstätt nach Mainz nach Kassel nach Bamberg nach Marburg gereist, und eigentlich fast immer in Würzburg umgestiegen. Meist trank ich Club Mate oder Weißwein, den besten Weißwein gab es in der Kneipe »Mutter« in Kassel. Ich habe mein Smartphone-Internetvolumen fast aufgebraucht und insgesamt 23 Texte vorgetragen. Für dieses Tourtagebuch habe ich sechs Artikel geschrieben, 3421 Worte, 22.979 Zeichen und 39 Fotos und bis zum Zeitpunkt, an dem ich hier auf »Abschicken« klicke, exakt 800 Zugriffe gehabt. Ich mag Zahlen. Aber ich habe ja auch mal zwei Tage Mathe studiert.

ICE, Rucksack, Regionalexpress
ICE, Rucksack, Regionalexpress

Ausblick: Mit dem Abschluss dieser Tour ist natürlich noch nicht alles vorbei. Heute Abend gehe ich in Marburg ins Kino, um mir mit den ganzen anderen Marburger Slammern (die ich gerade vor ein paar Tagen in Kassel das letzte Mal gesehen habe) die Poetry Slam Doku »Dichter und Kämpfer« anzuschauen, in der u.a. Theresa Hahl eine Hauptrolle spielt. Ich erwähnte bereits, dass Abschiede in der Slamszene nichts zu bedeuten haben. Mittwoch werde ich beim »Altstadtschnack« in Hannover auf der Bühne stehen und dort u.a. Pauline Füg wieder sehen (siehe Tag 1: Eichstätt), Freitag in Schwäbisch Hall u.a. Hanz (siehe Tag 1: Eichstätt), Max Kennel (siehe Tag 1: Eichstätt und Tag 6: Bamberg) und Jule Weber (siehe Tag 3, Tag 4, Tag 5: Kassel).

Das wird lustig.

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